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Neuer Versorgungsbericht des Bundesverbands erschienen
Psychosoziale Zentren versorgten im Jahr 2024 mehr als 32.000 Geflüchtete
Der Bundesverband Psychosozialer Zentren für traumatisierte Geflüchtete hat seinen diesjährigen Versorgungsbericht veröffentlicht. Obwohl mehr Klient:innen denn je in den deutschlandweit 51 PSZ Hilfe fanden, kann der Gesamtbedarf nicht annähernd gedeckt werden. Schwerpunkt des Berichts ist der ländliche Raum, wo die Hürden für die Versorgung besonders groß sind.
Über 32.000 traumatisierte Geflüchtete und Folterüberlebende konnten Psychosoziale Zentren (PSZ) bundesweit im Jahr 2024 versorgen. Das sind so viele wie noch nie. Im Vergleich zum Vorjahr kann damit zwar ein leicht größerer Anteil des psychosozialen Bedarfs gedeckt werden. Dennoch bleiben mehr als 96% der Geflüchteten in Deutschland, die unter Traumafolgen leiden, ohne Versorgung.
Das zeigt der aktuelle Versorgungsbericht des Bundesverbands Psychosozialer Zentren - Versorgung nach Folter, Krieg und Flucht e.V. Er ist damit ein interessantes Dokument für alle, die ein Interesse an einer menschenwürdigen Gesundheitsversorgung haben. Denn die gesundheitliche Versorgung geflüchteter Menschen in Deutschland weist entgegen internationaler und europarechtlicher Verpflichtungen große Lücken auf.
Lange Wartezeiten führen zur Entstehung und Chronifizierung von Krankheiten
Die Wartezeit auf einen Therapieplatz in einem PSZ beträg im Schnitt 7,4 Monate. Das ist etwa drei Monate länger als die durchschnittliche Wartezeit von Menschen in der Regelversorgung. Vielen bleibt die notwendige Behandlung ganz verwehrt. Langes Warten, soziale Isolation, eine belastende Wohnsituation: all dies sind Risikofaktoren für die Chronifizierung von Krankheiten und die Entstehung beispielsweise einer Posttraumatischen Belastungsstörung.
Besonders dramatisch ist die Lage auf dem Land: noch weniger Therapieplätze, längere und beschwerlichere Anfahrtswege und stärkere soziale Isolation verschärfen bestehende Barrieren. "Was in Städten eine Hürde ist, wird auf dem Land oft zur Mauer", fasst der Bundesverband die Lage zusammen. Die interviewten Expert:innen fordern daher den Ausbau und die weitere Vernetzung bestehender Versorgungsstrukturen. Dafür ist flächendeckend vor allem eine langfristige und bedarfsgerechte Finanzierung der PSZ zentral.
Den ausführlichen Versorgungsbericht finden Sie hier als DOWNLOAD.


